Poesie des Augenblicks

"Ich wache auf, frage mich, wer mir so sanft und voller Liebe den Arm streichelt...ich lasse die Augen zu und taste mich vor...ich spüre deine Nähe, ich rieche dein Haar...langsam umklammere ich dich, mein Engel, und ziehe dich zu mir...du sagst kein Wort, es ist so als wolltest du auf ewig bei mir bleiben. Wir liegen nebeneinander, ich weiss nicht wie lange schon, oder wie lange noch...doch ich spüre die Wärme zwischen uns, dieses Kribbeln im Bauch, diese tiefe Zuneigung. Langsam drehst du dich um, und ich kann dir in die Augen schauen, diese unendliche Magie, diese nimmerendende Hoffnung, dieser ewigwährende Fluch..."

 

In diesem Moment wache ich auf und merke, dass sich die Sonne einen Scherz mit mir erlaubte, als sie einfühlsam und in voller Wärme meinen Arm streichelte. Ich sehe mich um, und frage mich, warum ich im Wohnzimmer schlief...ich schaue mich um nach dir, das einzige was ich finde ist eine Decke, die mich an dich erinnert. Ich sinke verloren in mich zusammen, und werde nur durch das schellende Telefon zurückgeholt...

 

"Amor, was habe ich getan, dass ich eine solche Strafe erhalte? Brach ich das Herz eines Mädchens, das einer Frau? Wenn dem so ist, gib mir einen Wink, damit ich ihr helfen kann, mich zu überwinden. Strafst du mich für all diejenigen, die nicht wissen welchen Schatz sie hüten? Bin ich der Sündenbock für all jene, die ihre Engel fallen lassen?"

 

Ich weiss, Selbstmitleid ist nicht die noble Art...ich bin nicht nobel, ich bin verloren...verloren im Meer der einsamen Herzen...

 

"Ich schreite die Strassen entlang, da sehe ich etwas am Wegesrand. Ich trete näher, da es sich noch bewegt. Ich erschrecke mich stark, als sich dieses Etwas zu mir dreht und mich mehr flüsternd als sprechend anfleht: 'Töte mich, ich bin ein gefallener Engel!' Ich hebe das kleine Wesen auf, und nehme es mit zu mir...zu Hause angekommen, schau ich es mir genauer an. Es ist...es war wirklich einst ein Engel, doch seine Flügel hängen schlaff an dem zierlichen Körper hinunter...es scheint eine 'sie' zu sein...muss ich erstaunt feststellen. Ich fasse ihr vorsichtig an den rechten Flügel, halte ihn hoch, während sie vor Schmerz zusammenzuckt...ich entschuldige mich bei ihr, und schaue mir ihren linken Flügel an, auch hier kann sie die Schmerzen nicht ertragen. 'Meinem' Engel wurden beide Flügel gewaltsam gebrochen...doch nicht nur die Flügel, so wie es scheint! Sie sagt immer wieder, ich solle sie töten, sie sei ein gefallener Engel...ich verweigere ihr den Tod, denn ich sehe in ihr immer noch den Engel, als den sie geboren wurde. Ich pflege ihren Körper, ihre schwarzen Schwingen heilen schneller als ihr Herz, sie gewinnen sogar ihre alte Farbe zurück. Langsam öffnet sie auch ihr Herz, und lädt mich ein in ihre Welt...einer Welt voller Liebe und Zuneigung, doch überschattet von dem Monster, das ihr einst die Flügel und das Herz brach. Ich sage ihr, das ich nicht wissen will wer ihr dies antat, ich will nur wissen, das sie wieder der Engel werden will, der sie einst war. Sie verspricht mir nur, dass sie es versuchen will...

Am Tage des Abschieds fragte sie mich, warum ich ihr half. Ich antwortete: 'Du bist ein Engel, vielleicht warst du zwischendurch gefallen, doch du bist bestimmt zu fliegen. Drum fliege mein Engel, trag mein Herz mit dir, denn ich werde dich immer lieben! Du bist mein Fluch und meine Erlösung!' - Sie fliegt hoch, mit Tränen in den Augen, stürzt nochmals herab...und nimmt mich mit sich in ihr Paradies...

 

 

 

Bevor hier jemand Aufstand probt:
Ich bin nicht suizidgefährdet, ich bin lediglich unglücklich verliebt.

30.10.06 14:09

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


engelchen (30.10.06 16:14)
also....
erstma bekommste dolle dolle daumen hochgehalten meinerseits
un das einzige was ich dir nur ma auf die nase binden wollte is auch wenn man unglücklich verliebt is kann man gefährdet sein...
ach un das ende gefällt mir ne wirklich....hat der kerl das engelchen gesund gepflegt un es fällt wieder hinunter...wiederspricht sich etwas^^ aber ansonten *knutscha auf wange gibtz*


AngelOfShadow / Website (31.10.06 14:34)
Auch von mir beide Daumen nach oben - ich kenne dieses Gefühl sehr gut.
Schön finde ich die Symbolik des neuerlichen Absturzes, der ja nur geschieht, um dich mit in den Himmel zu nehmen - auf dass auch du fliegen lernst.


Küken / Website (31.10.06 19:08)
Bravo AOS, du bist die erste, die es versteht...mein Kompliment, du verstehst zwischen den Zeilen zu lesen...


Valon (22.12.06 07:31)
Sehr interessante Erzählweise legst du an den Tag, ich bin entsetzt und fasziniert zugleich.
Dir scheint im Moment ziemlich viel im Kopf herumzugehen.
Hast dir sehr viel Mühe gegeben mit deinen Metaphern. Wenn das jetzt kein blog wäre, würde ich wissen wollen wie es weitergeht.
(Frage an mich selber: wann ist so eine geschichte zuende?")

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